BIMA IN DER KITA: PÄDAGOGIN LINDA PETRIC BERICHTET VON IHREN PRAXISERFAHRUNGEN
Wie funktioniert BiMA eigentlich im echten Kita-Alltag? Welche Reaktionen zeigen Kinder unterschiedlichen Alters? Und was kann ein immersives Medium für die pädagogische Arbeit leisten? Um genau das herauszufinden, hat Linda Petric, Pädagogin im Johanniter-Kinderhaus Wildenwart, BiMA intensiv mit unterschiedlichen Gruppen und Altersstufen erprobt. Wir haben Linda anschließend getroffen und sie gefragt: Wie war ihre Erfahrung mit BiMA? Was hat sie bei den Kindern beobachtet und wo sieht sie einen pädagogischen Mehrwert?
BiMA im direkten Vergleich: Die Aufmerksamkeit war sofort da
"Wie erwartet, fiel mir im direkten Vergleich zu etablierten Audio-Angeboten besonders auf, wie schnell und nachhaltig BiMA die Aufmerksamkeit der Kinder bündeln konnte. Dabei ging es nicht nur um einzelne Kinder. Mehrere Kinder konnten gleichzeitig erreicht und in das gemeinsame Erlebnis eingebunden werden. Gerade im Gruppenalltag ist das für mich von großem praktischem Wert.
Was mich besonders beeindruckt hat: Die Kinder waren nicht einfach nur konzentriert und still. Sie begannen von sich aus, über das Gesehene zu sprechen, stellten Fragen und griffen die Gedanken anderer Kinder auf. Es entstand ganz selbstverständlich ein gemeinsames Philosophieren und Nachdenken.
Für mich als Pädagogin liegt genau darin ein großer Mehrwert. BiMA schafft einen gemeinsamen Ausgangspunkt, aus dem soziale Interaktion und Sprache entstehen können."
Vorschule: Wenn aus Staunen Fragen entstehen
"Besonders deutlich wurde das für mich im Vorschulbereich. Eine zentrale Aufgabe unserer Vorschularbeit ist es, Kindern ein zunehmend realistisches und differenziertes Weltbild zu vermitteln und ihre Fragehaltung zu fördern – beispielsweise im Bereich Natur- und Sachwissen. Die realitätsnahe Darstellung des Weltalls fand ich dafür besonders spannend. Die Kinder waren sichtlich fasziniert und haben sich intensiv darauf eingelassen.
Entscheidend war für mich aber vor allem, was daraus entstanden ist: Die Kinder entwickelten eigene Fragen. Sie stellten Vermutungen an und brachten ihre eigenen Gedanken ein. Genau diese Art von Anschlusskommunikation wünschen wir uns in der Vorschularbeit. Für mich kann BiMA hier eine spannende Brücke zwischen kindlicher Neugier und der altersgerechten Vermittlung komplexerer Weltinhalte sein."
Jüngere Kinder und Krippe: Es kommt auf das Setting an
"Bei den jüngeren Kindern kam die Bauernhofwelt sehr gut an. Ich hatte ja nicht alle Raketen zur Verfügung, aber diese kam gut an. Hier hat sich für mich noch einmal gezeigt, wie unterschiedlich die verschiedenen Altersgruppen auf die BiMA-Welten reagieren. Während das Weltall die Vorschulkinder zu komplexeren Fragen angeregt hat, konnten die jüngeren Kinder über vertraute Motive leichter in das Erlebnis eintauchen. Im Krippenbereich haben wir zunächst eine andere Erfahrung gemacht. Zu Beginn der Ruhephase wurden die Kinder erst einmal wacher. Da haben wir uns natürlich gefragt, ob der Zeitpunkt passend gewählt war.
Als wir BiMA anschließend bewusst als eigenständiges Ruheangebot eingesetzt haben, zeigte sich eine ganz andere Wirkung. Die Kinder gingen sofort mit uns pädagogischen Fachkräften in Interaktion und in den verbalen Austausch.
Die Kinder waren unmittelbar im Kontakt.“
Eine Erfahrung, die mich besonders fasziniert hat
"Und dann gab es noch eine Situation mit unserem autistischen Kind, die ich ganz zum Schluss erzählen wollte, weil ich sie persönlich am faszinierendsten fand. Im Alltag braucht dieses Kind bei uns häufig eine Eins-zu-eins-Betreuung und lässt sich eher ungern in das Gruppengefüge integrieren. Gerade bei Kindern aus dem Autismus-Spektrum ist es so, so wichtig, ihnen immer wieder Raum zum Regulieren zu geben.
BiMA hat es tatsächlich das erste Mal seit Langem geschafft, eine längere Situation zu kreieren, in der es mehrere Kinder im Raum zulassen konnte. Und nicht nur das: Mit BiMA ist es sogar direkt in den Austausch mit ihnen gegangen. Das war wirklich eine grandiose und ganz besondere Erfahrung! Für mich war das deshalb so besonders. Gerade bei einem Kind, das im Alltag häufig eine Eins-zu-eins-Begleitung braucht und sich eher aus Gruppensituationen zurückzieht, war es für uns etwas ganz Besonderes zu erleben, dass es diesen gemeinsamen Raum mit mehreren Kindern zulassen konnte.
Kinder brauchen immer wieder Räume, in denen sie sich regulieren können. Und manchmal entsteht dadurch plötzlich auch die Möglichkeit, wieder mehr in Kontakt mit anderen zu kommen. Genau das haben wir in diesem Moment erlebt."
Was BiMA für mich im Kita-Alltag bedeutet
"Unser Kita-Alltag ist anspruchsvoll. Größere Gruppen, unterschiedliche Bedürfnisse und viele Reize prägen unseren Alltag. Deshalb finde ich Angebote besonders wertvoll, die nicht noch mehr stimulieren, sondern einen gemeinsamen Fokus schaffen. Ich würde deshalb nicht sagen, dass BiMA Kinder einfach ruhig macht. Vielmehr kann BiMA einen Moment der Konzentration, Wahrnehmung und gemeinsamen Aufmerksamkeit schaffen.
Und für mich entsteht der eigentliche Wert oft in dem, was danach passiert: Ein Kind stellt eine Frage, ein anderes reagiert darauf, die Gruppe beginnt gemeinsam nachzudenken und wir können diese Gedanken aufgreifen und weiterführen.
Nach unserem Praxistest nehme ich deshalb vor allem eines mit: BiMA ist für mich mehr als ein Medium zum Anschauen. Je nach Alter und Situation kann es ganz unterschiedliche Impulse geben – vom Sachwissen in der Vorschule über vertraute Themen bei jüngeren Kindern bis hin zu Begegnung, Sprache und gemeinsamer Aufmerksamkeit in der Krippe.
Und gerade die Erfahrung mit unserem kleinen autistischen Kind hat mir noch einmal gezeigt, wie wertvoll ein gemeinsamer Erlebnisraum sein kann, in dem Kinder auf ihre eigene Weise in Kontakt kommen können. Für mich ist das eine wertvolle Ergänzung im pädagogischen Alltag.“
Danke, liebe Linda!
Danke, liebe Linda, dass du diese wertvollen Erfahrungen mit uns geteilt hast. Wir hatten beim Zuhören teilweise wirklich Gänsehaut. Denn genau das sind die Momente, die uns immer wieder zeigen, warum wir BiMA in die Welt hinausschicken: Damit Kinder gemeinsame Erlebnisse haben, miteinander in Kontakt kommen und neue Räume für sich entdecken können.
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