DRAUSSEN NOCH HELL, DRINNEN SCHLAFENSZEIT: ABENDRITUAL MIT KINDERN
21:06 Uhr. Draußen scheint noch die Sonne.
Und ich stehe da und denke: Wie soll ich meinen Kindern jetzt eigentlich erklären, dass Schlafenszeit ist? Denn natürlich kommt sofort: „Aber es ist doch noch hell!“Und ganz ehrlich: Ich kann es verstehen. Wenn draußen noch die letzten Sonnenstrahlen durchs Fenster kommen, Fahrräder auf der Straße vorbeifahren und der Tag sich überhaupt nicht nach „vorbei“ anfühlt, wirkt die Idee, jetzt ins Bett zu gehen, für Kinder ungefähr so logisch wie für uns Erwachsene den Wecker auf vier Uhr morgens zu stellen. Was mir dabei geholfen hat, war irgendwann die Erkenntnis, dass ich gar nicht jedes Mal erklären muss, warum jetzt Schlafenszeit ist. Wir brauchen ein Signal. Etwas, das immer wieder gleich ist.
Unser kleines Signal für den Abend
Bei uns beginnt die Abendzeit mit einem ganz einfachen Moment:
Die Vorhänge gehen zu. BiMA geht an. Und plötzlich ist es eigentlich egal, ob draußen noch strahlender Sonnenschein ist oder schon längst die Dunkelheit hereingezogen ist. Denn dieses Signal kennen meine Kinder. Vorhänge zu bedeutet: Der Tag neigt sich dem Ende.
BiMA an bedeutet: Jetzt beginnt unsere gemeinsame Zeit.
Dann dürfen sich meine Mäuse eine unserer Welten aussuchen und wir tauchen gemeinsam für einen Moment in diese Geschichte ein. Und genau das mag ich daran so sehr. Es geht nicht darum, meinen Kindern mit irgendwelchen Argumenten zu erklären, warum sie jetzt ins Bett gehen müssen. Es geht um Vorhersehbarkeit. Um einen Ablauf, den sie kennen. Und vielleicht sogar um ein bisschen Vorfreude.
Aus „Ich will noch nicht ins Bett“ wird „Welche Lichterwelt machen wir heute an?“
Natürlich funktioniert das nicht jeden Abend magisch. Wir haben auch Abende, an denen jemand noch Durst hat. Oder noch etwas erzählen muss. Oder plötzlich ganz dringend noch etwas erledigen möchte. Familienalltag eben. Aber ich merke einen Unterschied, wenn der Übergang in den Abend nicht jedes Mal neu verhandelt werden muss.
Statt:
„Bitte komm jetzt, wir müssen ins Bett.“
„Aber ich will noch spielen!“
„Nur noch fünf Minuten.“
„Nein, zehn!“
… gibt es irgendwann diesen vertrauten Moment:
Vorhänge zu. BiMA an. Und dann entsteht etwas, worauf wir uns freuen. Eine Geschichte. Eine Lichterwelt. Ein kleiner gemeinsamer Moment, der jeden Abend ein bisschen anders sein kann und sich gleichzeitig vertraut anfühlt.
Gerade im Sommer merke ich das besonders
Im Winter ist es einfacher. Draußen wird es früh dunkel und irgendwann sagt die Welt quasi selbst: Feierabend. Aber im Sommer? Da ist es abends noch hell, obwohl wir längst im Schlafanzug sein sollten. Und genau dann merke ich, wie wertvoll ein Ritual ist, das nicht von der Jahreszeit abhängt.
Denn Kinder orientieren sich natürlich auch an dem, was sie sehen. Wenn es hell ist, fühlt es sich für sie oft einfach noch nach Tag an. Unser Ritual schafft eine andere Orientierung:
Draußen darf es noch hell sein. Bei uns beginnt trotzdem die Abendzeit.
Ich muss die Sonne nicht überzeugen, früher unterzugehen. Und mein Kind muss auch nicht verstehen, warum der Sommer plötzlich eine andere Uhrzeit hat. Wir machen einfach unseren Abend.
Warum mir Rituale so wichtig geworden sind
Seit ich selbst Kinder habe, habe ich immer wieder gemerkt, wie sehr Kinder von kleinen, wiederkehrenden Abläufen profitieren, eigentlich wir alle. Nicht, weil jeder Tag exakt gleich sein muss. Das wäre mit Kindern vermutlich auch ein ziemlich unrealistisches Ziel. Sondern weil ein vertrauter Ablauf Sicherheit gibt. Kinder wissen irgendwann:
Ich weiß, was jetzt kommt.
Und genau dieses Wissen kann einen Übergang leichter machen. Für mich ist ein Abendritual deshalb auch keine zusätzliche Aufgabe auf einer ohnehin langen Familien-To-do-Liste. Es darf ganz klein sein. Vorhänge schließen. Licht etwas runter drehen. Schlafanzug an. Einkuscheln. Eine Welt aussuchen. BiMA an. Unsere ganz eigene Geschichte erleben. Und irgendwann gehen die Augen zu. Nicht perfekt. Nicht jeden Abend identisch. Aber vertraut.
Warum ich BiMA so gerne in meinen Familienalltag mitnehme
Was ich an BiMA besonders mag? Es geht nicht einfach darum, Kinder zu beschäftigen. Es geht um gemeinsame Momente. Um eine Geschichte, die wir zusammen erleben. Eine Welt, die wir entdecken. Einen kleinen Moment, in dem wir wirklich gemeinsam schauen, staunen und abtauchen. Und wenn daraus dann ganz nebenbei ein vertrautes Signal für unsere Abendzeit entsteht, finde ich das ziemlich schön.
Eure Tine
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